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Im Bezug auf den Vorfall in Erlangen - Jaeger - Winterfuetterung - Tod des Schwedenstorches!
Es haben einige eine Antwort von Frau Marlene Wuestner (berufsmaessige Stadtraetin - Erlangen) bekommen. Diesen Brief koennen wir so nicht stehen lassen und haben den Storchenexperten und Storchenvater Michael Zimmermann von Erlangen um eine Stellungsnahme gebeten. Zu den einzelnen Passagen finden Sie in Fettschrift die Stellungsnahme von Herrn Zimmermann.
Textinhalt:
...zu der von Ihnen angesprochenen Problematik haben uns Briefe aus dem gesamten Bundesgebiet erreicht. Ich bedauere besonders, dass subjektive Meinungen in den Presse- und Internetberichten der letzten Wochen als „Wahrheiten“ dargestellt wurden und somit ein aus unserer Sicht oftmals falsches Bild an die Leser vermittelt wurde. Zur Aufklaerung der Vorfawlle fand ein Gespraech mit den beteiligten Jaegern und den Mitarbeitern der Naturschutz- und Jagdbehoerde statt, dessen Ergebnis ich Ihnen u.a. nachfolgend mitteile. Eingangs darf ich Ihnen zunaechst die behoerdlichen Stellungnahmen uebermitteln:
Komisch genug, wusste Michael Zimmermann, der ja schließlich der Hauptbeteiligte der ganzen Auseinandersetzung ist, nichts von einem derartigen Gespraech!
Naturschutzbehoerde
Der Weiss-Storch gilt i.S. des Naturschutzrechts als „besonders geschuetzte Art.“ Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, resultieren aus diesem Schutzstatus Verbote hinsichtlich des menschlichen Eingriffs in seine Lebensraeume und Zufluchtsstaetten. Der Erlanger „Storchenvater“ hat ueber die Jahrzehnte hinweg unbestritten mit hohem ehrenamtlichen Engagement zur Mehrung des Weißstorchs in Nordbayern beigetragen. Die Winterfuetterung von Stoerchen wird aus diesem Grunde von behoerdlicher Seite seit langem mitgetragen ....
Vor einigen Jahren fasste der Umweltbeamte Dr. Seeberger die offizielle Einstellung zum Weiss-Storch mit folgenden Worten zusammen: "Der Storch steht der Urbanisierung im Wege und hat in der Stadt nichts mehr verloren"..... Das Umweltamt schickt laut Michael Zimmermann, Angestellte aus um seine Lieferanten der Schlachtabfaelle zu ueberreden, nichts mehr abzugeben! (Herr Meinardus)
..und auch mit finanziellen Mitteln unterstuetzt.
Alle Erlanger Vereine bekommen einen staedtischen Zuschuss, so auch die NuH. Die Arbeit von Herrn Zimmermann ist rein ehrenamtlich. Die Unterstuetzung durch die staedtische Feuerwehr ist allerdings vorbildlich.
Es darf jedoch auch festgestellt werden, dass viele erholungssuchende Buerger und Eigentuemer der umliegenden Grundstuecke das Mass der Fuetterungen bei der Naturschutzbehoerde kritisieren. Da die umliegenden Wiesen landwirtschaftlich genutzt werden, koennen für die Bauern Probleme bei der sachgerechten Verwertung des Grasschnitts als Viehfutter bestehen. Das Erlanger Regnitztal ist zudem Landschaftsschutzgebiet, in dem Verunreinigungen jeglicher Art vom Grunde her verboten sind.
Nach Abschluss der Winterfuetterung wird das Gelaende grossraeumig abgesucht (auch Rosi Zimmermann hat da schon viele, viele km zurueckgelegt) und die Reste eingesammelt. Bei dieser Gelegenheit wird auch der vom Hochwasser hinterlassene Unrat mit eingesammelt, so daß die Wiesen mit Winterfuetterung sauberer sind, als ohne.
Jagdbehoerde
Kraehen und Elstern sind vom Naturschutzrecht erfasst, aber auch dem Jagdrecht zugehoerig. Beide Rechtsbereiche stehen somit gleichrangig nebeneinander.
Der Gesetzgeber ging bei seiner Zieldefinition von der Ueberlegung aus, dass sich das Naturschutz- und das Jagdrecht in ihrer Zielfunktion nicht widersprechen. Wenn nach dem Bundesnaturschutzgesetz Natur und Landschaft, einschl. der Tier- und Pflanzenwelt, für kuenftige Generationen auf Dauer gesichert werden sollen, so wird nach dem Bundesjagdgesetz die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhaeltnissen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen angestrebt.
Rebhuhn und Feldhase stehen im Erlanger Regnitzgrund unmittelbar vor der Ausrottung. Die letzten Individuen ziehen sich in die paar Biotope zurueck, die von der NuH angelegt sind. Die Biotope die eigentlich zu deren Erhaltung konzipiert waren, werden nun zur Todesfalle, weil sich die Jaeger nicht schaemen darin Treibjagden mit frei laufenden Hunden durchzufuehren.
Wie eingangs ausgefuehrt, hat die Stadtverwaltung inzwischen ein Gespraech mit den zustaendigen Jagdpaechtern gefuehrt. Diese haben dabei vorgetragen, dass durch die ausgebrachten „uebermaessigen„ Fischabfaelle wuerden Hunderte von Kraehen...
Kraehen gibt es im Regnitzgrund in 2 Arten: die vegetarisch lebende Saatkraehe (die uebrigens auf der roten Liste steht), die nicht an die Winterfuetterung geht, und die aasliebende Rabenkraehe. Der Jaeger kennt den Unterschied nicht und vernichtet deshalb beide. Von der Rabenrkraehe, die im Sommer gelegentlich auch Nester pluendert, muß man wissen, daß der Winterbestand nicht gleich Sommerbestand ist. Unsere Sommerkraehen sind im Winter in S-Frankreich und unsere Winterkraehen sind im Sommer in Skandinavien und den baltischen Staaten
...und Elstern...
Elstern kommen in der Winterfuetterung überhaupt nicht vor!!!
... angelockt, welche den Jungtierbestand von Rebhuehnern, Fasanen und Hasen erheblich mindern.
Diese Behauptung beruht auf der Unkenntnis dieses Sachverhaltes. Im Moment vollzieht sich gerade der Wechsel: die Winterkraehen verabschieden sich, die Sommerkraehen kommen zurueck. Außerdem duerfte doch bekannt sein, daß es im Winter keine Jungtiere gibt.
Die Bemuehungen der Jaeger, das Niederwild zu hegen,...
Man darf nicht vergessen, daß die Sorge des Jaegers nicht der Arterhaltung von Hase und Rebhuhn gilt, sondern er befuerchtet vielmehr eine Einbuße an Schießvergnuegen
...wie es durch das Anlegen von Wildaeckern...
die gibt es nur im Wald nicht im Wiesengrund
...und Streuobstwiesen...
!? Wo sollen die denn sein??? Es gibt dort keinerlei Naturschutzinitiativen des Jaegers, seine Initiative beschraenkt sich darauf hochgradig gefaehrdete Tiere vor die Flinte zu bekommen.
...sichtbar wird, wuerden so in ihr Gegenteil verkehrt. Ein weiteres Problem sehen die Jaeger in der Verunreinigung der Wiesen, soweit die Fischabfaelle nicht mehr als Nahrung von den Stoerchen, Moewen, Kraehen und Elstern angenommen werden.
Zudem kann durch den Kot der massenhaft auftretenden Vogelarten...
Verglichen mit der Guelle von Schwein und Rind fallen die Vogelexkremente nicht ins Gewicht!
...nach Auskunft des Veterinaeramtes der Uebertragung von Krankheiten Vorschub geleistet werden. Die Amtstieraerzte stellen daher die Geeignetheit landwirtschaftlich genutzter Grundstuecke als groeßere Vogelfutterstellen in Frage.
Es wird daher zukuenftig zu diskutieren sein, in welchem Umfang Fuetterungen angemessenen sind und welche Behaeltnisse zu verwenden sind, die nur für Langschnaebler zugaenglich sind. Wir hoffen so eine Loesung zu finden, die fuer alle Beteiligten akzeptabel ist.
Diese Formulierung zeugt von der Unerfahrenheit und Unwissenheit der Schreiberin. Der Storch naehert sich den Futternaepfen nur dann, wenn ihm anwesende Kraehen "reine Luft" signalisieren. Etwa die Haelfte der Stoerche bedient sich nicht direkt aus dem Napf, sondern jagt Nahrungsbrocken den Kraehen und Moewen ab.
Abschließend noch ein Wort zu den juengsten Vorkommnissen: Auch wir bedauern den Tod des, am 15.03.2005 aufgefundenen Storches aus Schweden sehr. Belastbare Erkenntnisse dafuer, dass er wegen jagdlichen Fehlverhaltens verhungert ist, liegen uns derzeit nicht vor.
Vom 20.2.05, dem Tag als der Jaeger durch seine markante Anwesenheit die Stoerche vertrieb, bis 1.3.2005 war kein Storch an der Fuetterung. Am 1.3. war die Schwedengruppe wieder da, sie gingen aber tageland nicht an die Fuetterung. Am 14.3.2005 wurde der eine dann tot gefunden.
Trotz der Vorkommnisse konnte uns von Seiten der staedt. Naturschutzwacht erfreulicherweise mitgeteilt werden, dass die Stoerche im Erlanger Regnitzgrund unveraendert anzutreffen sind.
Die Umstaende lassen keinen anderen Schluß zu, daß der Storch durch den Eingriff des Jaegers am 20.2. nicht mehr an die Fuetterung ging und verhungert ist.
FAZIT: Der Regnitzgrund ist Erholungsraum der Menschen und Lebensraum seltener Tiere, auch Straße des Vogelzugs. Keine Art braucht eine Bestandsregulierung durch den Jaeger. Die Ausuebung der Jagd dort ist verantwortungslos. Leider wird in dem Antwortschreiben von Frau Wuestner dieses Hauptanliegen mit keinem Wort auch nur erwaehnt.
Mit freundlichen Gruessen
Marlene Wuestner Berufsmaessige Stadtraetin
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