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Im vernachlässigten Storchennest sterben ca. 60% der Jungtiere (Reihenfolge mit abnehmender Häufigkeit)
. an Unterkühlung (Horstvernässung, verstärkt durch den Eintrag von Plastikfetzen)
. an Nahrungsmangel (besonders in trockenen Jahren bei Abwesenheit des Regenwurms)
. durch Beinabschnürung (Eintrag von Plastikschnüren)
Die NUH hat jahrzehntelange Erfahrung in der Horstbetreuung und schlägt zur Verringerung der Nestlingsverluste folgendes vor:
Erstes Horstanfahren, nachdem dieser aufgetaut ist (in der ersten Märzwoche, also vor der Rückkehr der Störche). Mit einem geeigneten Werkzeug (Misthaken) wird der innere Horstbereich auf einem Durchmesser von ca. 60 cm und einer Tiefe von ca. 40-50 cm bzw. bis zur Horstunterlage entnommen (1-2 Säcke). Das entstandene Loch wird mit Stroh vollgestopft. Der Horst ist jetzt wasserdurchlässig.
Zur Erleichterung des Weiterbaus des Reisigrings (äußerer Horstbereich), kann man in diesen Eichenreisig schräg einschieben.
Zweites Horstanfahren, kurz nach dem Schlüpfen der Brut, ca. 10-12 Tage nach dem ersten Futterwürgen (bei Starkregen auch früher).
Diesmal indirektes Anfahren, damit der wachhabende Altstorch die "Gefahr" kommen sieht und ohne Panik abstreicht.
Die Jungtiere (4-6) werden auf die mitgebrachte Gummiwärmflasche gelegt, die in ein Handtuch eingewickelt ist.
Der Brut wird Futter angeboten (kleingeschnittenes Rindfleisch, mit Warmwasser nngewärmt).
Fallsdie Brut stärker vernässt ist, abfahren und trocken föhnen! Beinehen auf Abschnürungen untersuchen.
Entnahme des Nistmaterials unter der Horstmulde bis zum Stroh des ersten Horstbesuches und Formen einer neuen Horstmulde mit Stroh (unten) und Heu (oben).
Einsammeln von Plastik (Fetzen und Schnüre) und anderem Unrat, soweit oberflächlich erkennbar. Brut in die neue Horstmulde legen!
Weitere Horstkontrollen sind in der Regel nicht nötig, allenfalls nach Starkregen und die Brut noch jünger als 6 Wochen. Später nicht mehr, da dann die Gefahr des Abspringens besteht.
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