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05.09.2010

 

Knut - Forever in Berlin

Knut - Forever in Berlin

16 Pfoten auf dem Weg nach Haus

 

Musik

 

*Segeln mit dem Wind* -  Das Storchenlied von Ruediger Wolff

Segeln mit dem Wind (CD)

 

L98 (Luna Mix) / HoneyBlu / Zur Erinnerung an Orca *Luna*

L98 (Luna Mix)

Ein Andenken fuer Orca *Luna*

HoneyBlu

 

Awards

 

Award 2005 / Ausgezeichnet von der Schwalbenkolonie.

 

World of Animals

Teil 1

Teil 2

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Jagd und Macht

Hermann Göring, Führerstellvertreter, Reichsfeldmarschall, Reichsjägermeister, usw.

Erich Honecker, Erster Parteisekretär, Staatsratsvorsitzender, Mauerschütze, Vorsitzender des nationalen Verteidigungsrates, usw.

Leonid Breshnew,Erster Parteisekretär, Armeegeneral, Marschall, Staatsoberhaupt, usw.

Nikolae Ceaucescu, Erster Parteisekretär, Staatsratsvorsitzender, Staatspräsident, Conducator, usw.
Franz Josef Strauß, Parteivorsitzender, Verteidigungsminister, Ministerpräsident, Redaktionsstürmer, Kanzler-Kandidat, Milliardenkreditvermittler, usw.

Sie haben im Leben (fast) alles erreicht, dabei blieb wohl so mancher Konkurrent auf der Strecke. Alle liebten auch das Hirschgeweih, besonders das mit vielen Zacken (pardon: Enden!).Vom Rumänen heißt es noch, daß er mehr Braunbären zusammengeschossen hat als alle anderen "Großwildjäger". Er wollte bärenstark werden, denn nach einem alten Menschheitswahn gehen die Eigenschaften des getöteten Gegners auf den Sieger über. Auch beim kleinen Bleischrot Weidgerecht ist das Verhältnis zur Gewalt unverkrampft. Es möge ihm niemand zu nahe treten!
Jener Naturschützer, der Bleischrot Weidgerecht und fünf Freunden, die an jenem Vormittag dabei waren, auf Enten zu schießen, zumutete, die verschossenen Patronenhülsen nicht wegzuwerfen, sondern mitzunehmen, ging da entschieden zu weit. Die Strafe folgte auf dem Fuße. Nach einer kurzen Diskussion, ob man den Kritisierer nicht ins Wasser werfen sollte, entschied man sich standesgemäß. Man ließ ihn weglaufen und feuerte ihm eine Schrotladung nach. Die blutenden Schußwunden des Kritisierers und der beiden ihn begleitenden Kinder waren nicht so schwer, daß er sie nicht selbst behandeln konnte. Dies meinten auch Bleischrot Weidgerecht und die Seinen, unter denen sich auch ein Apotheker befand. Der Richter war in einem Dilemma. Die sechs leugneten natürlich. Da die drei Verletzten nicht mit Sicherheit sagen konnten, wer geschossen hat, waren alle tatverdächtig und konnten somit nicht vereidigt werden. Der Richter stellte das Verfahren ein, nicht ohne den Beschuldigten einen markigen Satz mit auf den Weg zu geben: Es sei eines deutschen Jägers unwürdig, auf Menschen zu schießen!

Die Repräsentanz im Bayerischen Landtag ist - wie gesagt -gut. Daß doch mal eine Panne geschah, grenzt an ein Wunder: Im Januar 93 beantragte ein Grüner im Landtag das Verbot der Fallenjagd. Er hatte die damit verbundenen Grausamkeiten überzeugend dargelegt und sogar ein paar versteinerte christ-soziale Herzen erweichen können und kam durch. Da ging ein Aufschrei durchs Land. Bleischrot Weidgerecht mobilisierte die Seinen, denn auf die eisernen Schlagfallen zur Vernichtung der Carnivoren (Fuchs, Iltis, Marder, usw.) wollte er keinesfalls verzichten und in der folgenden Sitzung des Senats wurde der Landtagsbeschluß aufgehoben und zur erneuten Beratung dorthin verwiesen. Mitte 93 war dann alles klar: Fallenjagd weiter erlaubt. Weidmannsheil, hab mein Freud daran! Ansonsten ist Bleischrot Weidgerecht mit der Jagdgesetzgebung voll einverstanden. Als z. B. im April 96 der Kormoran von der Roten Liste (von der Ausrottung bedroht) auf die Abschußliste kam, hatte er nichts einzuwenden. Treibende Kraft waren hier allerdings die Sportangler, neben den Jägern die zweite große Gruppe der Natur-nutzer und ebenfalls eine Macht im Staate. Wie eine Kormoranjagd effektiv durchgeführt wird, wurde im Januar 97 demonstriert. Bei strengem Frost waren alle stehenden Gewässer zugefroren und die Kormorane versuchten ihr Glück auf den Flüssen. Die waren aber von der Pegnitz über Regnitz bis zum Main an einem Sonntagmorgen von Bleischrot Weidgerecht und den Seinen gleichzeitig belagert, um einen Vernichtungsschlag gegen den Kormoran zu führen. Mit Weidgerechtigkeit, was immer das sei, wird man sich bei solchen Großkampftagen schwer tun, immerhin war es ein Schießvergnügen in der an sich schußarmen Zeit und eine erstaunliche organisatorische Leistung.

Die "Gesetzestreue" von Bleischrot Weidgerecht

Im Januar 97 lagen hier 20 cm Schnee und es war bitter kalt. Bei der Rückfahrt von der Storchenfütterung bemerkten wir im Regnitzgrund bei Schallershof eine große Schar grauer Wildgänse, über 100 Individuen. An ihren Rufen war zu erkennen, daß es keine Graugänse,
sondern Saatgänse waren, die den Winter normalerweise an der Küste verbringen und nur bei extremer Kälte ihr Heil im Binnenland suchen. Nun waren die Erlanger Regnitzwiesen auch beileibe nicht besonders gastlich, so daß wir uns entschlossen bei Bauern Heu und Getreide zu holen. Wir fuhren den Schwarm vorsichtig mit unserem Kleinlaster an und fütterten sie. Am Abend geschah dann etwas merkwürdiges: der zuständige Jagdpächter rief uns an und kritisierte heftig, daß wir ohne Erlaubnis sein Gebiet befahren hätten, konnte jedoch keinen Schaden nennen. Bei einer solchen Überreaktion macht man sich natürlich Gedanken und fragt sich nach dem Grund. Dieser wurde offenbar, als wir tags darauf das Gebiet noch einmal aufsuchten und im angrenzenden Weidicht einen raffinierten Schießstand entdeckten. Eine kleine Holzhütte war halb ins Erdreich eingelassen und bot einen Rundum-Sichtschutz. Lediglich an einer Seite befand sich ein Querschlitz, durch welchen man einen Flintenlauf hinausschieben konnte. Ein paar Schritte davor lag Aas von Fischen und von einem Reh. Bei dieser Witterung konnte Bleischrot Weidgerecht mit einer ganzen Reihe von Carnivoren rech-nen, die sich in extremer Notzeit auch noch mit Aas begnügen. Zahlreiche Patronenhülsen zeugten von regem Besuch. Ein paar Tage später kam noch eine Bestätigung frei Haus: Ein Junge fand im genannten Weidengestrüpp einen toten Bussard. Beim Umweltamt war er schon gewesen, dort meinte man, das tote Tier könnte sich an einem Gartenzaun verletzt haben. Die von uns beauftragte Röntgenaufnahme ergab dann die richtige Todesursache: Der Bussard war mit Bleischrot abgeschossen worden und konnte sich wahrscheinlich zunächst noch dem Zugriff seines Mörders entziehen, bevor er elend verendete. Am 25./ 26. Januar 97 berichtete die Tageszeitung über den Fall, der von der Indizienlage her kaum einen Zweifel zuläßt. Die Anzeige brachte jedoch nichts. Nun richtete sich unsere Hoffnung auf die nächste Sitzung des städtischen Jagdbeirates am 6. Mai 97. Auf deren Tagesordnung befand sich z. B. die Problematik der Storchenfütterung, die "jagdlich unerwünschte" Tiere anziehe, jedoch kein Bussardabschuß. Wir brachten das Thema unter Sonstiges unter und legten eine ganze Reihe weiterer Röntgenbilder auf den Tisch: .:. Ein abgeschossenes Habichtweibchen mit Bleischrotprojektilen im Körper. Das Tier saß bei
der Tat auf seinem Gelege, als der Horst von unten durchschossen wurde. Das ist eine beliebte Methode der Habichtvernichtung. Die beiden Patronenhülsen wurden nach Art des Bleischrot Weidgerecht am Tatort weggeworfen und das Tier, welches zur Brutzeit mausert und wohl nicht zum Präparieren geeignet ist, vergraben. Die frische GrabsteIle fiel uns auf, und so kam es in die "falschen Hände" (siehe Bild 2). Noch häufiger als durch Horst ausschießen wird der Habicht mit dem Fangkorb vernichtet. Dieser wird an einer schwer zugänglichen Stelle aufgestellt, z. B. in Obstgärten oder in Schonungen und enthält in seiner unteren Etage eine lebende Brieftaube, die mit heftigem Flügelschlagen, ohne von der Stelle zu kommen, dem Habicht eine leichte Beute vortäuscht. Im Augenblick des Zugriffs lösen sich dann allerdings zwei Fangbügel, die ihn selbst zum Gefangenen machen und die Brief-taube freisetzen, die durch ihre Rückkehr in den Taubenschlag den erfolgreichen Habichtfang vermeldet. Diese Methode wird gleichermaßen von Bleischrot Weidgerecht und von Taubenzüchtern, oft in Zusammenarbeit, angewendet. .:. Eine abgeschossene Waldohreule. Sie ist zwar Mäusejäger, es ist aber nicht ganz ausgeschlossen, daß sie auch einmal einen Junghasen mitgehen läßt, was ihr Bleischrot Weidgerecht nicht verzeiht. .:. Eine abgeschossene Bekassine. Sie macht zwar keinen "jagdlichen Schaden", hat aber wahrscheinlich sterben müssen, weil ihr rasanter Zick-Zack-Flug für den Schützen eine besondere Herausforderung darstellt. .:. Ein abgeschossenes Rebhuhn, auf das möglicherweise legal geschossen wurde, aber nicht tödlich verletzt wurde. Schließlich hat es der Habicht entdeckt und zu seinem Rupfplatz getragen. Die Habichtspezialisten kennen dieses Phänomen, daß nach Beginn der Rebhuhnjagd im September, zahlreiche angeschossene Tiere erbeutet werden.

Bild 2: Habicht mit Bleischrotkugeln Ausschnitt aus Röntgenaufnahme

Die Vorlage der Röntgenbilder bei der Sitzung des Jagdbeirates geschah auch in der Absicht, anläßlich der Bestellung eines neuen Jagdberaters, diese Position mit einer unabhängigen biologisch orientierten Person zu besetzen. Seine Aufgabe ist die Beratung der
unteren Jagdbehörde beim Ordnungsamt. Traditionell wurde bis, lang immer ein Jäger bestellt.

Dies hatte zur Folge, daß die vorgetragene Kritik zu Selbstlob und Selbstmitleid degenerierte. Die brennenden Fragen, wie z. B. die Gesetzestreue des Bleischrot Weidgerecht oder die Mißhandlung der Carnivoren, blieben außen vor. Die traditionelle Äußerung der Behörde zur gängigen Jagdpraxis ist: "Dank für die aufopferungsvolle Tätigkeit". Wie könnte es auch anders sein, denn der Amtschef ist selbst Jäger. Die vorgelegten Röntgenbilder wurden als "ungeheuer-lich" empfunden, siehe Protokoll vom 14. Mai 97, allerdings nicht das, was sie dokumentarisch belegen, sondern der Umstand, daß es einer wagte, solche Bilder mitzubringen. Erübrigt sich eigentlich zu sagen, daß wieder ein Jäger zum Jagdberater bestimmt wurde.

Zur Vollständigkeit hier noch einige weitere Ereignisse von 1997: .:. Im April wurde ein Bussard gemeldet, der auf einer Jagdhütte in Baiersdorf trotz heftiger Flügelschläge nicht abheben konnte. Das kam daher, da seine Füße in einem ausgelösten Tellereisen fixiert und zerstört wurden. Kaputte Füße bedeuten für den Greif den sicheren Hungertod. Er mußte daher eingeschläfert werden. Das besondere dieses Falles: Als große Ausnahme wurde der Täter behördlich verurteilt und bekam eine Geldstrafe.
.:~ Im Juni fanden wir einen weiteren Bussard in der Schießlach bei Heroldsberg. Auch dieses Tier hatte Startschwierigkeiten, seine Füße befanden sich diesmal in einer Drahtschlinge, in die er mit einem Ködertier gelockt wurde. Seine Befreiung kam auch für ihn zu spät. .:. Im Juli fanden wir bei Dechsendorf einen Graureiher und eine Hauskatze, die Bleischrot Weidgerecht in einem Plastiksack im Wald entsorgt hatte. .:. Im Oktober wurde uns südlich von Erlangen eine "Geiersense" gemeldet. Dem Bussard wird hier über einem Obstbaum eine Anflugmöglichkeit vorgetäuscht. Der Sitzast besteht allerdings aus einem Sensenblatt mit der scharfen Schneide nach oben, an der sich das anfliegende Tier die Zehen abschneidet. Der Vorteil dieser Methode ist, daß hier kein Entsorgungsproblem entsteht, da das Tier nach der tödlichen Verletzung wieder abstreicht. Insgesamt sind uns in den letzten Jahren vier solcher Fälle bekannt geworden. Unter der realistischen Annahme, daß uns nur ein geringer Prozentsatz der Greueltaten bekannt werden, gewissermaßen nur die Spitze des Eisberges, erstaunt neben der Bereitschaft zu Gewalt und Brutalität, das miserable Maß an Gesetzestreue.

Existenzgrundlage Jagd

Wer die Jagd kritisiert, darf sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, denn wir alle verdanken unsere Existenz der Jagd: In Mitteleuropa gab es einmal eine Kulturepoche, die man heute Solutreen nennt, sie liegt schon ca. 15.000 Jahre zurück. Wenn man aber nach Generationen zählt, sind es nur ein paar Hundert. Ihren Namen hat die Epoche nach der Stadt Solutre in Mittelfrankreich, im Departement Rhöne-Saöne, wo man in einer Sedimentschicht die typischen Relikte jener Zeit findet. Es sind Steinwerkzeuge, die sich durch eine besondere Bearbeitungstechnik auszeichnen und Knochen von Jagdtieren, die ebenfalls bearbeitet wurden: Klingen und Schaber aus Feuerstein, Speerspitzen, Harpunen, Nadeln aus Knochen, Pfeil und Bogen, Elfenbeingeräte mit Schnitzereien. Schon an den alltäglichen Gebrauchsgegenständen ist die Neigung zur künstlerischen Betätigung zu erkennen. Was allerdings in Höhlen an Tiermalereien und Skulpturen hinterlassen wurde, muß, was den künstlerischen Wert betrifft, als sensationell bezeichnet werden. Immer wieder werden neue Höhlen entdeckt und jedesmal schwärmt die Presse von den Leonardos da Vincis der Steinzeit. In der Tat befinden wir uns am Ende der Altsteinzeit. Was war nun die treibende Kraft für die gigantischen Darstellungen der Mammute, Nashörner, Rentiere, Wildpferde, Auerochsen usw.. Die Antwort lautet, es war ein kultisches Ringen um Jagdbeute. Nur wer einer Sippe angehörte, die erfolgreich jagen konnte, hatte die Chance, die furchtbaren Winter jener Zeit zu überleben. Es war nämlich Eiszeit, die vorläufig letzte (Würm Glazial), das nördliche Europa und die Alpen lagen bis weit hinaus ins flache Land unter einer dicken Eisdecke. Der Ort Solutré machte darüber hinaus noch Jagdgeschichte:
Am Fuße der dortigen Felsklippen fand man eine meter-dicke Schicht von Tierknochen. Über einen sehr langen Zeitraum hat man aufgrund dieser geologischen Besonderheit, neben der klassischen Beutemethode mit Lanze, Pfeil und Bogen, usw., Tiere, vor allem Wildpferde, durch Sturz über die Felsenklippen erbeutet. In der späteren Jungsteinzeit änderten sich die Verhältnisse dramatisch. Unsere Vorfahren lernten den Ackerbau, züchteten Haustiere und wurden ansässig. Das Wildtier war als Eiweißquelle nicht mehr unbedingt nötig und seine Verfolgung geschah nun auch um Konkurrenz für die Haustierherden auszuschalten.

Der Verfall der Jagdkultur

Im Mittelalter schließlich wurde die Jagd zur Domäne des Adels. Die Jagd auf "Hoch- und Niederwild" stand ausschließlich dem Hohen bzw. Niederen Adel zu und wurde bevorzugt in der langweiligen Zeit zwischen den Kriegszügen ausgeübt. Vor der Erfindung des Schwarzpulvers und der Feuerwaffe bestand für die Jagdausübenden noch ein gewisses Restrisiko, das dann praktisch auf Null reduziert wurde. Nun konnten auch die adligen Weibsbilder (pardon Damen) am Jagdvergnügen teilhaben und ließen sich die Tiere vor ihre Jagdpavillons treiben, die selbstverständlich standesgemäß ausgestattet waren. Das Mittelalter, das ja auch die Zeit der Ritterlichkeit und eines Franz von Assisi war, zeigt hier sein garstiges Gesicht. An dieser Jagdauffassung hat sich im Prinzip bis heute nichts geändert, ohne Not und vernünftigen Grund frönt Bleischrot Weidgerecht der Schießgaudi und hat seine Freud daran. Der weniger Bemittelte muß sich mit dem Niederwild begnügen, der Geldadel leistet sich mehr, denn vom kanadischen Elch über den Eisbären bis zum Sibirischen Tiger ist alles für Geld zu haben. Gegen diese Schießgaudi richtet sich unsere Kritik, nicht gegen die Jagdkultur unserer Vorfahren im Solutréen. Jagdkulturen gibt es in vielfacher Ausprägung bis in unsere heutigen Zeit. Erst im letzten Jahrhundert wurde die wohl bekannteste, die indianische in Nordamerika, mit dem Bison als Hauptbeutetier, vom Weißen Mann zerstört. Ein beredtes Zeugnis dieser Zeit ist die Rede des Häuptling Seattle, in der gesagt wird, daß sich der indianische Jäger beim Bruder Büffel entschuldigte, bevor er ihn zur Erhaltung seiner Sippe tötete. Die Jagdkultur der Eskimos, die herrliche Schnitzereien aus Walroßelfenbein hervorbrachte, reicht bis in unsere Zeit. Auch sie wollen wir nicht kritisieren; und auch nicht den Papua, der zur Ergänzung seines Tanzschmuckes einen Paradiesvogel erlegt. Ihr Jagen hatte und hat vernünftige Gründe und verdient Anerkennung und Respekt. Respekt haben wir auch für eine ganze Reihe von Forstbeamten, bei denen nach Reduktion des Rehbestandes wieder gesunde und schöne Wälder wachsen konnten, und die die Bejagung des Habichts unterließen, lange bevor er in Bayern von der Abschußliste gestrichen wurde. So wurden die Staatswälder des Erlanger Raumes (Reichswald) zur Arche Noah dieses herrlichen Greifvogels. Die Namen Horneber, Sinner und Dr. Sperber sind in diesem Zusammenhang zu nennen.

Rückkehr von Wolf und Bär

Wie wird es weitergehen mit der Jagd? Das Naturbild des Bleischrot Weidgerecht mit den "guten" Arten Reh und Fasan sowie den "bösen" Arten Adler und Wolf wird in Zukunft nicht nur auf die Ablehnung der biologischen Forschung, sondern auch auf die einer aufgeklärten Öffentlichkeit stoßen. Die vorwissenschaftliche Epoche der Jagd, die vom Schießvergnügen einer selbstselektierten Minderheit, die von verheerenden Schäden am Wald gekennzeichnet war, wird zu Ende gehen und einer biologischen Naturauffassung Platz machen, in der man alle Arten (auch die bei uns ausgerotteten Carnivoren) als notwendige Organe einer intakten Lebensgemeinschaft sieht. Wer eine Art herausbricht, bringt ein ausbalanciertes, vernetztes System ins Wanken. Als der amerikanische Waldbiologe Aldo Leopold den Deutschen Wald besuchte, sah er "jeden eßbaren Busch und Sämling verbissen, erst bis zur saftlosen Nutzlosigkeit und dann zu Tode". Denn nach Ausrottung der großen Carnivoren wurden die Herden der Herbivoren unbeherrschbar. Bleischrot Weidgerecht, der vorgab dies zu können, klagt heute über die 20 Ansitze, die er braucht, um ein weiteres Reh zu erbeuten -und noch sind wir weit davon entfernt, daß ein Eichensämling eine gute Chance hätte ein Baum zu werden. Ehedem schaffte es der Wolf die Herbivorenherden an die vorhandenen Äsungsflächen anzupassen. Er wurde in Westeuropa übrigens nicht vollkommen ausgerottet. In Italien durften ein paar Hundert, in Spanien sogar ein paar Tausend überleben. In Deutschland war man konsequenter, war er doch von Rotkäppchen als Menschenfresser enttarnt worden. Inzwischen weiß man es allerdings besser. Durch die Arbeit des Wildbiologen Eric Ziemen und anderer, steht die Wolfsforschung hierzulande auf hohem Niveau. Der Stammvater des Haushundes ist ein interessantes soziales Wesen und für den Menschen ungefährlich. Warum sollte dem Vertriebenen nicht auch bei uns wieder Heimatrecht gegeben werden, als Wiedergutmachung für erlittenes Unrecht?

Für die Wiederansiedlung bräuchte kein Pfennig ausgegeben werden. Denn immer wieder versuchen einzelne Tiere vom Osten her, instinktiv den alten Wanderkorridoren folgend, verlorenes Gebiet wieder zu besiedeln. Alle Versuche endeten bislang nach einem Schuß von Bleischrot Weidgerecht tödlich. Würde man sie in Frieden lassen, könnte Brandenburg in ein paar Jahren wieder mit einem freien Wolfsrudel rechnen Und nach ein paar Jahrzehnten könnten auch die alten Bundesländer (zuerst Niedersachsen, möglicherweise zwischen Wolfenbüttel und Wolfsburg) mit einer spontanen Wiederbesiedlung rechnen. Die Stiftung europäisches Naturerbe hat die damit verbundenen Probleme, bis hin zu möglichen Schäden bei Haustieren, durchdacht und hervorragende Schriften verfaßt. Für den Wald wäre es ein wahrer Segen, denn ohne Wolf zittert der Wald und mit Wolf zittert das Reh, letzteres wäre ökologisch und ökonomisch von Vorteil. Auch dem Luchs könnte wieder das entzogene Lebensrecht eingeräumt werden. Hierbei könnten wir von den Erfolgen der Schweiz profitieren und vielleicht könnten wir sogar für den Bären in den Nationalparks der Alpen und des Bayerischen Waldes wieder ein Plätzchen finden. So bekäme das herrliche Panoramabild "Wald in Mitteleuropa" im Band XIII des zoologischen Handbuchs von Grzimek wieder Aktualität. Es wird aber nicht möglich sein die großen Carnivoren flächendeckend einzubürgern. Wo die Landschaft durch Zersiedlung, Industrie und zu dichten Straßennetz nachhaltig denaturiert wurde, muß zur Regulation des Schalenwildes nach wie vor geschossen werden. Diese Tätigkeit soll von Forstbeamten und zuverlässigen Leuten mit bio-logischer Ausbildung und Verantwortung für Schöpfung und Naturerbe ausgeführt werden. Bleischrot Weidgerecht ist dazu völlig ungeeignet.

Umgehend sollte vorab verfügt werden:

~ Verbot aller Tierfallen für Beutegreifer

~ Verbot von Bleischrot

~ Verbot der Jagd auf Tiere der Roten Liste (Rebhuhn, Feldhase, Waldschnepfe, seltene Enten)

~ Reduzierung des Schalenwildbestandes (Reh, Hirsch), so daß eine Naturverjüngung des Waldes möglich wird

~ Schonzeit für den Fuchs

Speziell für den Erlanger Raum:

~ Einstellung der Jagd im Regnitzgrund, zum Schutz der Bevölkerung und des Vogelzuges

~ Einstellung der Jagd am Bischofsweiher und im Naturschutzgebiet Mohrhof, beides wichtige Trittsteine des Vogelzuges

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