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05.09.2010

 

Knut - Forever in Berlin

Knut - Forever in Berlin

16 Pfoten auf dem Weg nach Haus

 

Musik

 

*Segeln mit dem Wind* -  Das Storchenlied von Ruediger Wolff

Segeln mit dem Wind (CD)

 

L98 (Luna Mix) / HoneyBlu / Zur Erinnerung an Orca *Luna*

L98 (Luna Mix)

Ein Andenken fuer Orca *Luna*

HoneyBlu

 

Awards

 

Award 2005 / Ausgezeichnet von der Schwalbenkolonie.

 

World of Animals

Teil 1

Teil 2

Hauptseite

Von Herbivoren und Carnivoren und den Ansichten des Herrn Bleischrot Weidgerecht, oder die Jagd von morgen

Von R. Trummer und M. Zimmermann

Von Gnus und Löwen

Wahrscheinlich haben Sie folgende Szene schon gesehen: Im dürftigen Schatten einer Schirmakazie in der ostafrikanischen Steppe döst ein Löwenrudel vor sich hin. Nur ein
paar Steinwürfe entfernt zieht ohne Panik eine Herde Gnus vorbei, instinktiv fühlend, daß von den Löwen, die erst am Vortage Beute gemacht haben, im Moment keine Gefahr ausgeht. Plötzlich geht doch ein Ruck durchs Löwenrudel. Es entgeht ihm nicht, daß sich das letzte der vorbeiziehenden Tiere merkwürdig verhält: sein Fell ist zottiger, der Mund ist leicht geöffnet und der Kopf wird etwas tiefer getragen. Obwohl der Magen noch nicht knurrt, nehmen die Löwen ihre Chance wahr. Die drei Weibchen, die hierfür zuständig sind, entfernen sich in geduckter Haltung vom Rudel und gehen dann zum offenen Angriff über. Nach einem kurzenSpurt packen zwei das Gnu in den Flanken und die dritte zermalmt ihm die Nackenwirbel.Das Beutemachen der Löwen geht nicht immer so leicht. Ist kein offen-sichtlich geschwächtes Tier auszumachen, dann müssen es die Löwinnen auf gut Glück bei irgendeinem Tier versuchen. War dieses jedoch aufmerksam und seine Fluchtreaktion gut, schlägt der Angriff fehl. Dies ist geradezu ein Charakteristikum der Löwenjagd: viele Mißerfolge bis es endlich klappt. Und wenn es nach zahlreichen Fehlversuchen gelingt, Beute zu machen, kann die Natur Erfolge verbuchen: Das Löwenrudel ist für ein paar Tage gesättigt, die Gnuherde wurde bezüglich Gesundheit, Vorsicht und Fluchtreaktion im Durchschnitt verbessert (Gnus kennen kein Siechtum) und einer Überpopulation, die zur Lebensraumzerstörung führen könnte, wurde entgegengewirkt.Aber auch den Löwen sind Grenzen gesetzt. Wenn in der Trockenzeit die Gnus abwesend sind, ist der Hunger allgegenwärtig. Dies führt schließlich dazu, daß sich das Rudel entschließt, das eine oder andere ältere Mitglied auszuschließen, was den sicheren Hungertod bedeutet oder gar den eigenen Nachwuchs zu reduzieren. Mag ein Einzelschicksal auch als hart erscheinen, so erweisen sich bei näherem Hinsehen die wechselseitigen Regelmechanismen als Garant für die langfristige Existenz der Lebensgemeinschaft. Mit anderen Worten, ihre Gesundheit, Aufmerksamkeit, Schnelligkeit, ihre gesamte genetische Qualität verdanken die Gnus (Herbivoren) und die fleischfressenden Löwen (Carnivoren) ihrem Zusammenwirken. Wer vom Optimum abweicht, fällt der natürlichen Selektion zum Opfer. Die Natur löst ihre Probleme selbst, den Menschen braucht sie nicht dazu. Der darf als Zuschauer staunend danebenstehen und über seine Fehler nachdenken (K. Lorenz: Die Todsünden der zivilisierten Menschheit).

Bleischrot Weidgerecht ist mit den Verhältnissen in der ost-afrikanischen Steppe nicht einverstanden. Ihn schmerzt das entgangene Jagdvergnügen und er bekommt sogar Existenzangst, da alles aufs Beste auch ohne ihn funktioniert. Er schlägt vor, den Bestand der Löwen "auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren" und die Gnus zum Abschuß freizugeben. Er kann sich sogar vorstellen, daß aus den kleinen, stark gekrümmten Hörnchen der Gnus durch selektiven Abschuß schöne, elegante Hörner herausgezüchtet werden können, so daß der präparierte Gnu-Kopf in seinem Jagdzimmer zum Blickfang würde. Als Hegemaßnahme möchte er Kraftfutter zufüttern, dem zur Minderung der Seuchengefahr bei erhöhtem Bestand gleich ein Breitbandantibiotikum zugesetzt werden könnte.

Das Schicksal der heimischen Carnivoren
Bleischrot Weidgerecht träumt gewissermaßen von der Übertragung der mitteleuropäischen Jagdpraxis. Hier wurde die "Reduktion auf ein vernünftiges Maß" bei den großen Carnivoren Bär, Wolf und Luchs längst erreicht. Sie wurden ausgerottet mit Stumpf und Stiel. Als vor ein paar Jahren zwei junge Wölfe aus dem Gehege des Nationalparks Bayerischer Wald ausrissen, dauerte es nur wenige Tage, bis ihr Bestand wieder auf ein "vernünftiges Maß reduziert" war (Bleischrot Weidgerecht handelte selbstverständlich in Notwehr). Und wenn es ein slowenischer Braunbär wagen sollte, nach Österreich einzuwandern, wird er ebenfalls umgehend "wegreduziert". Vor einigen Jahren hat der WWF versucht den Luchs wieder heimisch zu machen. Es gelang in der Schweiz, Slowenien und Tschechien. In Frankreich und Österreich wurden die ausgesetzten Tiere umgehend "wegreduziert". Noch schäbiger verhielten sich die Deutschen. Unter dem Druck von Bleischrot Weidgerecht und den Seinen wurde das Auswildern behördlicherseits untersagt. Den Carnivoren unter den Vögeln erging es nicht besser: Steinadler, Seeadler, Fischadler, Schlangenadler, Schreiadler und Uhu wurden erfolgreich reduziert, d. h. entweder völlig oder bis auf kleine Rückzugsnischen ausgerottet.Auch die kleineren Carnivoren bei den Säugern und Vögeln entgingen nicht der Vernunft des Bleischrot Weidgerecht. Auch Marder, Hermelin und Fuchs, Bussard, Wanderfalke und Habicht sind böse Arten und passen nicht in sein Naturbild. Sie erleiden eine Dauerbehandlung bei der Zurückführung auf das "vernünftige Maß". Da sie selbst bereits Beutetiere der Großen sind, hat sie die Natur mit einer höheren Nachwuchsrate ausgestattet. Die Gefahr, ausgerottet zu werden, ist daher nicht so hoch, obwohl ihre Verfolgung mit großem Zeitaufwand und unglaublicher Brutalität betrieben wurde und wird. Der Fuchs zum Beispiel mußte Abschuß, brutalste Fallen, Gift und Bauvergasung erdulden. Sein Überleben grenzt an ein Wunder und unterstreicht seine sprichwörtliche Schläue. In unserer Stadt überwintern seit mehreren Jahren einige Störche. Zu ihrer Erhaltung organisiert unser Verband im Winter einen Futterdienst. Grundlage hierfür sind die Fischabfälle der Fischrestaurants. Im Spätwinter gibt es eine Konkurrenz: Bleischrot Weidgerecht braucht auch Abfälle und zwar für den Fuchs. Nicht um ihn durch den Winter zu bringen, sondern um ihn in die Nähe seines Hochsitzes zur Hinrichtung zu locken.

Die Folgen für den Wald

Die Ausschaltung der Carnivoren hat verheerende Folgen. Statt der natürlichen Selektion praktiziert Bleischrot Weidgerecht seine Selektion nach Jagdtrophäe (Geweihgröße). Dies führt dazu, daß das Ergebnis jahrtausend-langer natürlicher Selektion in ein paar Herbivoren-Generationen kaputt geht, mit anderen Worten, Reh und Rothirsch sind nun einer genetischen Verwahrlosung ausgesetzt, es läuft ein Verhausschweinungsprogramm. Ihre Bestände haben sich vehement vergrößert. Verglichen mit natürlichen Lebensgemeinschaften etwa um den Faktor 10. Der Sämling einer Stieleiche, der Charakterbaum unserer Landschaft, hat nur dann eine Chance ein Baum zu werden, wenn er das Glück hat, in einem eingezäunten Areal zu stehen. Außerhalb wird er verbissen. Der Bergwald wird durch den Rothirsch so stark geschädigt, daß er die Geröllmassen der Hänge nicht mehr ausreichend binden kann. Der Allgemeinheit entstehen Milliardenschäden. Bleischrot Weidgerecht ist nicht willens, manchmal auch nicht fähig, natürliche Bestandsdichten herzustellen, denn hoher Bestand bedeutet viel Beute. In seiner Entwicklungsgeschichte war der Mensch bestrebt, seine Reichweite zu vergrößern. Am Anfang mußte er sich mit dem Steinwurf begnügen, dann kamen Speer und Lanze, schließlich Pfeil und Bogen und im Mittelalter raffinierte Schleudermaschinen und die Armbrust. Der große Durchbruch kam im 14. Jahrhundert mit der Erfindung des Schwarzpulvers und der Feuerwaffe. Sie übt auf manche Menschen eine starke Faszination aus. Zunächst werden sich die von
der Veranlagung her (krankhaft) machtbesessenen und gewaltbereiten Typen "bewaffnen". Es ist aber auch denkbar, daß schwache Persönlichkeiten in kompensatorischer Absicht zur Waffe greifen. "Waffennarren" füllen sich ganze Schränke damit, andere wollen richtig schießen und schließen sich einem Schützenverein an. Davon gibt es im Lande wohl Tausende. Ihr Ziel ist der Mittelpunkt einer Zielscheibe, eine begrüßenswerte Ritualisierung ihrer "Gewalttätigkeit". Bleischrot Weidgerecht ist konsequenter. In seinen Liedern singt er vom Waffengebrauch, wie er ihn versteht:

Ich schieß den Hirsch im wilden Forst
im tiefen Wald das Reh,
den Adler auf der Klippe Horst, die Ente auf dem See ....

Das Huhn im schnellen Fluge,
die Schnepf im Zick-Zack-Zuge ....
Kein Ort der Schutz gewähren kann,wo meine Büchse zielt ....

hab meine Freud daran.

Jagd und Lust

Dies ist der Einstieg in die Psyche von Bleischrot Weidgerecht. Während der normale Mensch beim Gedanken aus reinem Vergnügen auf lebende Tiere zu schießen Ekel und Abscheu empfindet, überkommt Bleischrot Weidgerecht Freude und Befriedigung, den Adler von seinem Horst zu schießen und die Schnepf im Zick-Zack-Zuge. Es klingt richtig sportlich! Er sieht im Tier nicht das Mitgeschöpf, welches Angst und Schmerz empfindet, sondern eine Zielscheibe, die durch ihre Beweglichkeit ihn als Schützen in besonderem Maße fordert. Sind Bleischrot Weidgerecht und die Seinen eine Selbstauslese jener Minderheit, bei welcher in der untersten Etage ihrer Psyche Sex und Gewalt pathologisch gekoppelt sind und die beim Ausleben ihres Triebes im grünen Mäntelchen auch noch gesellschaftliche Anerkennung findet? Manche Aktivitäten erinnern in der Tat an Marquis de Sade: Sein Interesse gilt bevorzugt sexuell erregten Tieren. Auerhahn, Birkhahn und Trappenhahn werden im Augenblick höchster sexueller Erregung niedergemacht und anschließend in Balzpose für das Jagdzimmer präpariert. Der Rehbock wird mit dem Lockruf der Geiß, den Bleischrot Weidgerecht vortrefflich zu imitieren versteht, zum Hochstand gelockt und der Rothirsch, dem es in der Novembernacht durch stundenlanges Röhren gelungen ist, seine Kühe zusammen- und den Nebenbuhler fernzu-halten, muß in der Phase sexueller Hochstimmung sterben. Der neue Platzhirsch heißt nun Bleischrot Weidgerecht. Wenn die sekundären Geschlechtsmerkmale seines Opfers entsprechend ausgeformt waren, hat es immerhin noch den Trost, bei der nächsten Trophäen-schau prämiert zu werden.

Bleischrot und die Folgen

Nichts haßt Bleischrot Weidgerecht mehr als unliebsame Beobachter. In der Vorbereitung zur Jägerprüfung wird in Erlangen gelehrt, die Einladungen zu einer Treibjagd keinesfalls mit der Post zu versenden, da diese unzuverlässig sei und Jagdkritiker auf den Plan rufen könnte. Warum Bleischrot Weidgerecht so öffentlichkeitsscheu ist, wissen vor allem die Hasen und die Enten. Der Feldhase Mümmelmann hatte z. B. nur drei Beine. Am Anfang waren es schon vier. Eines Tages wurde zur Treibjagd geblasen und eine dichte Kette von Treibern trieben Mümmelmann vor die aufgereihten Schützen und schon krachten die Schrotflinten. In vollem Lauf wurde Mümmelmann getroffen. Eine Schrotgarbe zertrümmerte ihm einen Oberschenkel. Er überschlug sich ein paarmal und blieb liegen. (Für den Sturz der getroffenen Hasen hat Bleischrot Weidgerecht einen eigenen Ausdruck: der Hase rolliert!) Plötzlich stand ein Jagd-hund vor ihm, packte ihn und versucht ihn zu Tode zu beuteln. In einer solchen Situation schreit der sonst stumme Mümmelmann aus Leibeskräften. Den Todesschrei des Feldhasen kann man nicht beschreiben. Er ist erbärmlich und geht durch Mark und Bein. (Bleischrot Weidgerecht sagt: "Der Hase klagt!") Normalerweise hat ein Hase in dieser Situation keine Chance mehr. Er wird entweder zu Tode gebeutelt bzw. gebissen oder die Treiber erschlagen ihn mit dem Stecken. Sein Schrei war aber so laut, daß der Hund einen Augenblick stutzte. Mümmelmann raffte die letzten Kräfte zusammen und rannte so schnell es das abgeschossene Bein, das nur noch durch eine Sehne mit dem Körper verbunden war, erlaubte und konnte sich - o Wunder - in Sicherheit bringen, bevor der nächste Schuß krachte. Nach wochenlanger Selbsttherapie überwand er alle Infektionen und konnte als Schwerbehinderter weiterleben und ging schließlich durch Hermann Löns in die Literatur ein.Seine toten Freunde wurden eingesammelt und weidmännisch aufgereiht. Dann wurde die "Strecke verblasen" und Bleischrot Weidgerecht sang: " hab meine Freud daran!" Anschließend hielt er ein Referat über Jagdethik, dann floß das Bier. Noch ein paar Worte zur "Ente auf dem See". Westlich von Erlangen gibt es viele Karpfenweiher, die ornithologisch in zweierlei Hinsicht sehr interessant sind: als Brutgebiet für Sumpf- und Wasservögel im Sommer und als Trittstein für ziehende Vögel im Frühjahr und Herbst. Ab September bis November, solange die Gewässer eisfrei sind, herrscht dort ein buntes Treiben der hier brütenden und durchziehenden Arten. Drei Arten sind häufig: Stock-, Tafel- und Reiherente. Die anderen sind selten: Krick-, Knäck-, Schnatter-, Löffel-, Pfeif-, Schell-, Kolben-, Spieß-, Eis- und Eiderente. (Die kleine Moorente ist leider seit ein paar Jahren verschwunden.) Vogelliebhaber bauen dann ihre Teleskope auf, beobachten und blättern in den Bestimmungsbüchern. Die Artbestimmung gelingt nur bei guter Sicht und guter Optik. An einem Sonntag ist dann der Frieden vorbei. Bleischrot Weidgerecht und die Seinen haben lange vor Sonnenaufgang die Weiher umstellt und schießen wie besessen. Stundenlang dauert die unvorstellbare Vernichtungsschlacht. Während bei der Hasenjagd auf jedes Tier individuell gezielt wird, wird in den auffliegenden Entenschwarm ziellos hineingefeuert, offensichtlich in der Hoffnung, daß ein Bleikorn der ca. 20 Stück pro Schuß, schon irgendeine Ente irgendwie treffen werde. Ein Teil der Tiere fällt herunter und die Hunde machen sich darüber her, die meisten knicken nur ein und fliegen nicht tödlich verletzt weiter. Doch irgendwann müssen auch sie wieder aufs Wasser, da beginnt das Schrotgewitter von neuem, ein furchtbares Martyrium für die Tiere. So muß man sich den Vogelmord in Italien vorstellen.

Bild 1: Tod durch Bleivergiftung: Kampfläufer mit verschluckten Bleischrotkugeln

Bei den schlechten Lichtverhältnissen, wo mehr nach Gehör als mit dem Auge geschossen wird, und bei der Schnelligkeit, mit der alles abläuft, ist an eine Artbestimmung gar nicht zu denken, so daß es die seltenen und häufigen Arten gleichermaßen trifft. Voll getroffene Tiere haben bis zu 50 Bleikugeln im Körper, so daß vor einem Verzehr nur gewarnt
werden kann. Bleischrot Weidgerecht ist gesundheitsbewußt und verkauft seine bleigeschwängerte Beute an eine Gastwirtschaft. Eine andere Vogelgruppe, die Limikolen, das sind Strandläufer, Regenpfeifer, Rotschenkel, Grünschenkel, Schnepfen, Brachvögel usw., die sich auf ihrer Reise zum Nildelta und weiter befinden, lieben auch die mittelfränkischen Karpfenweiher, allerdings im abgelassenen Zustand, wo sie wie im friesischen Wattenmeer die Schlammbereiche mit ihren Schnäbeln nach Eßbarem durchstochern. Im Frühjahr geht's dann wieder zurück ins nordische Brutgebiet. Für die meisten ist aber hier Endstation. Die halten die Bleikügelchen im Weiherschlamm für kleine eßbare Muscheln und nehmen sie auf. Die Magensäfte greifen das metallische Blei an und lösen es auf. Im Blutkreislauf wirkt es stark toxisch und führt über eine Nervenlähmung zum Tod. Das Röntgenbild eines Kampfläufers zeigt gleich fünf Projektile verschiedenen Kalibers im Darm, aufgereiht wie die Perlen einer Halskette (siehe Bild 1). Pro Schuß verteilt Bleischrot Weidgerecht ca. 30 g Blei in der Landschaft. In den traditionellen Entenjagdgebieten bedeutet dies, daß alle paar Jahre eine weitere Tonne Blei hinzukommt. Neben den Limicolen sind vor allem die Enten betroffen, die "Mahlsteinchen" zum
Nahrungsaufschluß im Magen brauchen. Ein solches Entenschießgebiet mit Bleideponie ist das Weihergebiet zwischen Hesselberg, Poppenwind und Biengarten westlich Erlangens. Es heißt auch "Naturschutzgebiet Mohrhof". Wegen der verheerenden Folgen ist Bleischrot in vielen Ländern verboten. In Bayern gehen die Uhren aber anders. Der Bevölkerungsanteil von Bleischrot Weidgerecht und den Seinen liegt unter 1%. Im Bayerischen Landtag sind sie aber mehrheitsfähig! Dieses Phänomen ist schwer zu erklären. Möglicherweise trägt das öffentliche Rehessen der Kandidaten Bleischrot Weidgerechtes vor der Landtagswahl erheblich zur Wählergunst bei. Der Drang nach hohem sozialen Rang und der flotte Umgang mit Macht und Gewalt hat schon erstaunliche Karrieren hervorgebracht. Was haben z. B. folgende Herren gemein?

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