|
Erst vor ca. 2 Wochen konnten sie der Enge des elterlichen Nests entfliegen, jetzt sind sie tot. Leider keine Einzelschicksale!
Am Ortsrand von Niederlindach, Gemeinde Heßdorf, Landkreis Erlangen/Höchstadt, waren sie auf einer Wiese unterwegs beim Heuschreckenfang, als sie ein streunender Hund zum Auffliegen zwang. Auf einem Elektromast der Mittelspannungsklasse in der Nähe suchten sie vorübergehend Sicherheit. Die Landung auf dessen Traverse war fast perfekt, nur eine kleine seitliche Korrektur war nötig um Balance zu halten Dabei berührten sie mit einem Fuß einen Isolator, über welchen ein schwacher Kriechstrom zur Erde abfließt. Dieser ist an sich nicht tödlich, doch bei feuchten Füßen elektrisiert es unangenehm und führt zu Muskelkontraktionen. Die beiden Tiere erschraken und versuchten sofort wieder zu starten, was bei verkrampfter Muskulatur nur unzureichend gelang. Sie schlugen in ca. 20 m Entfernung vom Mast auf dem Boden auf und holten sich schwere innere Verletzungen (Schnabelbluten!). Sie starben nach ein paar Minuten.
Im Gegensatz zum Tod durch Stromschlag (bei stehenden Isolatoren und Leitungskontakt), wo starke Verbrennungen zum sofortigen Tod und Absturz am Mastfuß führen, hat der noch häufigere Tod durch Kriechstrom keine so auffälligen Merkmale, die auf die Todesursache hinweisen. Ein Zusammenhang mit der Freileitung wird nur selten erkannt und von den Elektrounternehmen meistens verneint.
In ihrer Broschüre “Vogelschutz an Freileitungen”, in welcher Entschärfungsmaßnahmen diskutiert werden, klassifiziert die “Vereinigung deutscher Elektrizitätswerke” den Mast mit horizontalen Isolatoren in verantwortungsloser Weise als “gering gefährlich”. Es müsste richtig lauten:
Der Mittelspannungsmast mit horizontalen Isolatoren ist der gefährlichste von allen!
|