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05.09.2010

 

Knut - Forever in Berlin

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16 Pfoten auf dem Weg nach Haus

 

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*Segeln mit dem Wind* -  Das Storchenlied von Ruediger Wolff

Segeln mit dem Wind (CD)

 

L98 (Luna Mix) / HoneyBlu / Zur Erinnerung an Orca *Luna*

L98 (Luna Mix)

Ein Andenken fuer Orca *Luna*

HoneyBlu

 

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Award 2005 / Ausgezeichnet von der Schwalbenkolonie.

 

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Winterfuetterung fuer den Storch

Ein Artikel von Michael Zimmermann

Ueberwinternde Weiss-Stoerche und wie man ihnen hilft

Wenn Sie auf einem Winterspaziergang diese Spur im Schnee entdecken, deren Verursacher offenbar die Hoffnung hatte im noch nicht voellig verwehten Graben eine Maus zu finden, und sich Ihr Mitleid regt und Sie dem hungrigen Tier helfen wollen, dann ist Ihr Gefuehlsleben intakt! Mir jedenfalls ging es so, als ich Ende der 70er diese Aufnahme machte, die die Trittsiegel eines Weißstorchs zeigt. Ich stellte mir die Aufgabe das Tier durch den Winter zu bringen.

Zunaechst ein Sommerbild von ihm, pardon von ihr, denn sie ist weiblichen Geschlechts. Ich habe schon viele Storchenphotos gemacht, dieses mag ich aber besonders gern, weil die Dargestellte so schoen ist und so gelassen in die Kamera schaut. Unsere Freundschaft waehrt mittlerweile schon lange und als an ihrem 25. Geburtstag auffiel, dass sie noch keinen Namen hatte, bekam sie einen: sie heisst seitdem “Twenty” und ihr Ehemann (es ist nicht gut, dass der Storch allein sei!) konsequenterweise “Five”.

Twenty ist 1977 in Obereichenbach aus dem Ei geschluepft und bei einem der ersten Ausfluege in eine elektrische Freileitung gerast. Sie war flugunfaehig und wurde zur aerztlichen Versorgung in den Nuernberger Tiergarten gebracht, wo sie nach einigen Wochen als geheilt entlassen wurde. Dies erfaehrt man von der Vogelwarte in Radolfzell, wenn man die Nummer ihres Aluringes einschickt, den sie am linken Bein oben traegt.

Twenty´s Schicksal, am Afrikazug im ersten Lebensjahr nicht teilnehmen zu koennen und so offensichtlich wichtiges Lernen und Gepraegtwerden zu versaeumen, ist typisch für Winterstoerche. Sie sind offenbar nicht in der Lage das Versaeumte nachzuholen.

Nun feiert sie bald mit Five silberne Hochzeit und hat mit ihm an die 100 Nachkommen in ihrem Horst auf der Klostermälzerei in Erlangen-Frauenaurach erzeugt, die allesamt – soweit sie zum Ausfliegen gekommen sind – fristgerecht abgezogen sind.

Vor ein paar Tagen erhielt ich von der Vogelwarte die Ringablesung eines franzoesischen Storchenfreundes im Rhonedelta. Den Ring hatte ich selbst angelegt. Es handelte sich um eines von Twentys Kindern! Winterstoerche erzeugen naemlich, auch bezueglich dem Zugverhalten, voellig intakten Nachwuchs! Soviel zum ersten Vorwurf, der gelegentlich erhoben wird, wonach “Zugversager” wieder solche produzieren. Der zweite Vorwurf lautet, dass die Ueberwinterer den Afrikaziehern die Nistplaetze wegnaehmen. Auch diese Behauptung stimmt nach meiner Erfahrung nicht. Twenty und Five kennen diesen Konflikt ueberhaupt nicht. Sie benutzen seit Jahr und Tag den gleichen Horst auf der Klostermaelzerei, der vor 25 Jahren fuer sie errichtet wurde.

Tatsaechlich hat ein anderes Winterpaar ein paar Mal versucht auf den Horst eines ziehenden Paares zu uebersiedeln, nachdem sein eigener Horst durch Kaminbruch zerstoert werden musste und ein Ersatzhorst nicht angenommen wurde. Als das angestammte Maennchen ankam, hatten die Hausbesetzer bereits das Gelege, welches nach kurzem Kampf aus dem Nest flog und auf dem Dach zerschellte. In der Natur setzt sich nicht der besser genaehrte, sondern der aggressivere durch! (Konrad Lorenz laesst gruessen!) Auch im Verhalten (Fluchtdistanz, Brutpflege, Nahrungserwerb) zeigen Twenty und Five keinerlei Anomalien, abgesehen davon, dass sie nicht ziehen.

Deklassierende Vorwuerfe gegen die Winterstoerche sind unbegruendet. Sie sind eine wichtige Stuetze der natuerlichen Population! Auch die Schutzgesetze machen keinen Unterschied.

Die weiteren Bilder zeigen Twenty und Five bei Schnee an der Fuetterungsstelle und einmal bei ueberfrorenem Hochwasser 

An der Fuetterung finden sich natuerlich auch andere Nahrungsinteressenten ein: Lachmoewen (manchmal Sturm- und Silbermoewen), Raben- und Nebelkraehen, Graureiher (manchmal auch Purpur- und Silberreiher), Bussarde und einmal ein juveniler Seeadler, der sich ein paar Wochen hier aufhielt und ein geschlachtetes Schaf bekam. Er verursachte bei den Stoerchen und den menschlichen Beobachtern Aufregung.

Und so geht es richtig mit der Winterfuetterung:

Wenn man ab Mitte Oktober einen Storch sieht, kann man davon ausgehen, dass er ueberwintern wird. Man suche zunaechst seinen bevorzugten Standplatz in der Talaue und bietet dort Futter an, auch wenn es im Augenblick noch nicht notwendig erscheint.

Es kann aber taeglich zu einem Temperatursturz kommen, da muß der Storch bereits wissen, wohin er sich zu wenden hat. (Weiss er das nicht, setzt er, wie gesagt, zu großraeumigen Hungerfluegen an und ist nicht mehr auffindbar. Manche Individuen werden auch zu Bettlern und schliessen sich einem Huehnerhof an oder kommen zur Pause in einen Schulhof. Das wollen wir vermeiden. Der Storch soll auch im Winter sein natuerliches Verhalten, inklusive Fluchtdistanz, beibehalten.

 

 

 

 

Von einem Karpfenrestaurant besorgen wir uns hier einen Eimer voll Innereien und Schlachtabfaelle. Manchmal bekommt man auch frisch verendete Fische: Karpfen werden filetiert und kleingeschnitten, Forellen werden nur quergeschnitten (5-7x). Die Abfaelle werden auf einer Flaeche von ca. 10 qm ausgestreut, im Zentrum davon steht ein Plastikeimer (nicht rot, da rot Signalfarbe. Keinen Blecheimer, wegen der Spiegelung beim Eintauchen des Kopfes).

Die besten Brocken kommen in diesen Eimer. In einem zweiten Eimer bietet man Trinkwasser an, bei Frost angewaermt. Prompt reagieren die Kraehen auf das Angebot und fungieren als Lockvoegel. Der Storch braucht ein paar Tage, bis er sein Misstrauen überwunden hat und in den Eimer schaut. Der Eimer muß so tief sein, dass die Kraehen nicht zulangen koennen und einen festen Stand haben, damit er von den Kraehen nicht umgeworfen werden kann. Zur Abwechslung kann man in den Eimer auch ein paar Eintagskueken legen, die es gefroren zu kaufen gibt, oder eine mit der Falle erbeutete Maus. Gut ist es auch mit dem Anglerverein Verbindung aufzunehmen und die Teichbesitzer nach dem Abfischplan zu fragen und die manchmal in grossen Mengen anfallenden Abfallfische als Vorrat einzugefrieren. Die Fuetterung setzt man fort, bis im Maerz die Naechte frostfrei werden.

Sie werden bei der Arbeit viel Schoenes erleben!!!

Michael Zimmermann

sog. Storchenvater

 

 

 

 

In Kuerze folgt ein Kommentar von Michael Zimmermann zu den hier veroeffentlichten Bildern

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